Plastik-Spielzeug

Plastik kleben – So klebt man Plastik richtig

Plastik kleben ist oft nicht einfach: In vielen Fällen wollen Kleber und Kunststoff nicht so, wie man es gerne hätte – und schon gar nicht aneinanderkleben! Dabei kommt es beim Kleben von Kunststoff neben der Vorbereitung der Oberflächen auf die Wahl des passenden Klebers an.

Kurzanleitung – Plastik kleben

Benötigte Zeit: 20 Minuten.

Die wichtigsten Arbeitsschritte beim Kleben von Plastik auf einen Blick:

  1. Den Arbeitsplatz vorbereiten

    Sorgen Sie für eine ausreichend große Arbeitsfläche und reinigen Sie diese von Staub, Ölen und Fetten.

  2. Oberflächen vorbereiten

    Zuerst reinigen Sie die zu klebenden Oberflächen von Schmutz und Staub. Danach können Sie mit Aceton oder Alkohol die Oberflächen von Fett und Öl befreien.

  3. Auftragen des Primers

    Bei Plastikoberflächen ist es empfehlenswert Primer aufzutragen, dieser wirkt als eine Verbindung zwischen dem Plastik und dem Klebstoff.

  4. Primer trocknen lassen

    Lassen Sie den Primer für 1 bis 2 Minuten trocknen.

  5. Kleber auftragen

    Nachdem der Primer getrocknet ist, können Sie den geeigneten Kleber auftragen und trocknen lassen.

Oberflächenspannung – Darum ist Plastik kleben so schwer

Stoffe wie Keramik oder Metall, die eine hohe Oberflächenenergie aufweisen, bieten optimale Eigenschaften für die Haftung des Klebers. So ist eine gute Haftung zu erzielen. Beim Kleben von Plastik ist die Benetzung der zu verklebenden Oberflächen Grundvoraussetzung für eine effektive Klebewirkung des Klebstoffes.

Dazu muss die Oberflächenspannung des zu klebenden Materials größer sein, als die des eingesetzten Klebstoffes. Deshalb sind es gerade die niederenergetischen Kunststoffe wie PTFE, PE oder PP und silikonhaltige Materialien, die sich nur schwer kleben lassen.

Plastik kleben – Die richtige Vorbereitung der Oberfläche

Beim Verkleben der Oberflächen von Kunststoffen kommt es vor allem auf die entsprechende Vorbehandlung der Klebeflächen an. So sollte man die Klebefläche zunächst gründlich von Staub, Farbresten und sonstigen Schmutzpartikeln reinigen. Im Anschluss Öl- und Fettrückstände mit einem Tuch und einem passenden Lösemittel (z. B. Aceton, Nitroverdünner oder Alkohol) entfernen.

Nach erfolgter Reinigung geht es an die Auftragung des Universal-Haftgrundes, dem sogenannten Primer. Dieser ermöglicht es, auch schwer verklebbare Kunststoffe wie Silikon, PE oder PP sicher zu verkleben. Er verbessert das Adhäsionsverhalten und wirkt als Verbindung zwischen Werkstoff und Klebstoff. Dazu wird der Primer einfach mit einem Pinsel oder Tuch dünn auf die gereinigten Kunststoffoberflächen aufgetragen. Nach einer Antrocknungszeit von ein bis zwei Minuten kann man bereits mit dem eigentlichen Kleben beginnen.

Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) kleben

Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) gehören beide zu den Polyolefinen und sind niederenergetische Thermoplaste. PE ist ein Standard-Kunststoff und wird am häufigsten verwendet. Beispielsweise in Schläuchen, Rohren oder Pumpen. PP dagegen findet Anwendung in Innenausstattungen von Fahrzeugen, Modellbau sowie chemischen Behältern. PE und PP zählen aufgrund ihrer sehr niedrigen Oberflächenenergie zu den schwer zu klebenden Kunststoffen. Vor dem Kleben sollten sie zunächst etwas angeraut, entsprechend gereinigt und mit einem Primer vorbehandelt werden. Zum Anrauen der Oberfläche können Sie feines Schleifpapier verwenden.

Für diese Arten von Plastik eignet sich Sekundenkleber besonders gut. Er wird einseitig auf die Klebefläche aufgetragen und direkt an das Gegenstück gepresst. Durch Kontakt mit der Luftfeuchtigkeit härtet der Sekundenkleber sofort aus. Für das Kleben von größeren Komponenten aus PP oder PE eignet sich auch ein Universal-Montagekleber auf MS Polymer-Basis. Dieser sollte ebenfalls in Verbindung mit einem Primer angewendet werden.

Polyamid und Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) kleben

Bei Polyamid und ABS handelt es sich um Kunststoffe, die ein breites Anwendungsspektrum im Fahrzeugbau, Maschinenbau sowie im Haushaltsbereich haben. Beide Kunststoffe haben gemein, dass sie schwer zu verkleben sind und man ihre Oberfläche vorbehandeln muss. Dazu sollte man die Oberfläche gründlich reinigen und entfetten. Anschließend den entsprechenden Primer auftragen.

Als Klebstoffe empfehlen sich vor allem reaktive Klebsysteme – wie ein 2-K-Epoxidharz-Kleber. Gilt es kleinere Teile aus ABS zu kleben, ist auch Sekundenkleber einsetzbar. Die beiden Komponenten des Epoxidharzklebers werden zunächst auf einer Unterlage vermischt. Sobald sich eine graue Klebemasse bildet, ist diese auf die beiden Klebeflächen aufzutragen. Daraufhin die Teile fest zusammenpressen. Die Handfestigkeit ist nach ca. fünf Minuten erreicht.

Plastik kleben – PVC und PTFE

Hart-PVC (Polyvinylchlorid) wird vorwiegend in Profilen, Fassaden und im Modellbau eingesetzt. Zum Kleben eignen sich neben Zwei-Komponenten-Klebern auch Montagekleber auf MS Polymer-Basis. Für Kleinteile und kleinere Reparaturen, beispielsweise im Modellbau, lässt sich auch Sekundenkleber gut einsetzen.

PTFE (Polytetrafluorethylen) ist aufgrund seiner chemischen Beständigkeit und Reibungsgenschaften oft als Beschichtung für Dichtungen oder im medizinischen Bereich bei Implantaten im Einsatz. Es hat ein stark antiadhäsives Verhalten und gilt wegen seiner niedrigen Oberflächenspannung als äußert schwer zu klebender Kunststoff.

Um PTFE zu kleben, sollten die Klebeflächen entsprechend gereinigt und mit einem Primer vorbehandelt werden. Geeignete Klebstoffe sind 2-K-Epoxidharz-Klebstoffe sowie Sekundenkleber – vor allem für filigrane Anwendungen. Dazu ist der Klebstoff auf beide Klebeflächen aufzutragen, optimal ist hierbei eine Klebeschichtdicke von 0,1 bis 0,15 mm. Größere Klebeaufgaben lassen sich dagegen auch mit einem Montagekleber durchführen.

Kleben von Polymethylmetacrylat (PMMA)

Polymethlymetacrylat bildet die Basis von Acryl- bzw. Plexiglas und überzeugt vor allem durch seine Optik und Oberfläche. Zur Anwendung kommt es in nahezu allen Gebieten und Industriezweigen als bruchfeste Verglasung, Abdeckungen oder Hauben.

Beim Kleben von PMMA hat man den Vorteil, dass es polar sowie lösungsmittel-löslich ist. Daher lässt es sich gut kleben. Als Klebstoff sich zum Beispiel ein 2-K-Epoxidharz-Klebstoff. Er ist auch für Arbeiten an hoch beanspruchten Bauteilen einsetzbar. Generell funktioniert bei PMMA auch Sekundenkleber. Gerade, wenn es sich um kleinere Klebeflächen handelt. Allerdings ist hier zuerst eine Klebeprobe durchzuführen, da es sonst zu einer Bildung von deutlich sichtbaren Schlieren kommen kann.

Häufige Fragen und Antworten zu Plastik kleben

Kann man mit Sekundenkleber Plastik kleben?

Da Sekundenkleber ein sehr starker Kleber ist, kann er verschiedenste Materialien, darunter auch Plastik kleben.

Kann man Plastik mit der Heißklebepistole kleben?

Ja. Mit einer Heißklebepistole kann man die meisten Kunststoffe und Plastik hervorragend kleben.

Welcher Kleber für Plastik auf Metall?

Wenn Sie Plastik auf Metall kleben wollen, eignet sich Sekundenkleber am besten.

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