Polyamid

Polyamid kleben [Anleitung] – Der beste Kleber für Nylon und PA

Polyamid kleben – In dieser Klebeanleitung erfahren Sie alles Wichtige zum Kleben von Polyamid und warum Sekundenkleber sich dafür am besten eignet. Mit unzähligen Materialtestungen und unserer jahrelangen Erfahrung mit Klebstoffen konnten wir für Sie die beste Klebemethode und die besten Klebstoffe für Polyamid herausarbeiten.

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Zuerst erwartet Sie eine Kurzanleitung mit allen wichtigen Informationen für das schnelle Verkleben von Polyamid. Außerdem gehen wir in einer umfassenden Klebeanleitung darauf ein, worauf Sie beim Kleben von Polyamid besonders achten sollten. Zudem werden Vorbereitungsmaßnahmen und alternative Klebstoffe im Artikel behandelt.

Tipp: Im FAQ-Bereich dieses Artikels beantworten wir die häufigsten Fragen für Sie. Dieser Bereich kann vor allem hilfreich sein, wenn Sie zum ersten Mal Polyamid kleben.

Kurzanleitung – Polyamid kleben

Die wichtigsten Schritte beim Kleben von Polyamid auf einen Blick.

Gesamtzeit: 20 Minuten

  1. Klebstoff auswählen

    Wählen Sie je nach Vorhaben und je nachdem, welches material Sie mit Polyamid verkleben möchten den passenden Klebstoff aus. Für großflächige Verklebungen können Sie Zwei-Komponenten-Kleber verwenden. Während Sie für kleine Flächen Sekundenkleber verwenden sollten. Um Polyamid mit Aluminium zu verkleben eignet sich Montagekleber während sich Silikon für das Verkleben von Polyamid auf Aluminium und andere Metalle eignet.

  2. Arbeitsfläche vorbereiten

    Ihr Arbeitsbereich sollte möglichst frei von Schmutz, Fett, Öl und Staub sein. Dies können Sie mittels Alkohol oder Putzmittel entfernen.

  3. Klebeflächen säubern und anrauen

    Auch Ihre zu klebenden Oberflächen müssen sie von Fett, Öl, Staub und Schmutz befreien, indem Sie zum beispiel ein in Alkoholgetränktes Papiertuch verwenden. Rauen Sie zudem die Polyamidfläche mit einem Sandpapier leicht an.

  4. Primer auftragen

    Beim verkleben von Polyamid sollten Sie vor Beginn des Klebens einen Primer auftragen, dieser sorgt für eine bessere Haftung des Klebers. Lassen Sie den Primer ausreichend lang trocknen.

  5. Kleber auftragen

    Tragen Sie den von Ihn ausgewählten Kleber auf und achten darauf diesen nicht zu dick aufzutragen. Falls doch etwas Kleber an den Seiten austreten sollte, entfernen Sie diesen vorsichtig.

  6. Klebstoff trocknen lassen

    Den Kleber sollten Sie gemäß der Angaben des Klebeherstellers trocknen lassen.

Geschätzte Kosten: 10 EUR

Versorgung:

  • Sekundenkleber
  • Zwei-Komponenten-Kleber
  • Montagekleber
  • Silikon

Werkzeuge:

  • Feuchter Lappen
  • Alkohol oder Putzmittel
  • Alkoholgetränktes Papiertuch (optional)
  • Sandpapier (optional)
  • Primer (optional)

Die richtige Vorbehandlung von Polyamid zur Verklebung

Die besonders geschätzten Eigenschaften von Polyamiden wie ihre hervorragende Gleitfähigkeit und ihre hohe Beständigkeit gegenüber Lösungsmitteln und aggressiven Chemikalien sind zum Teil auf ihre niedrige Oberflächenspannung zurückzuführen. Polyamide mit Polyamiden zu verkleben oder Polyamide auf Metall zu verkleben stellt deshalb eine gewisse Herausforderung an die Vorbehandlung der zu verklebenden Oberflächen und an die Art des Klebstoffs. Das trifft besonders auf stark belastete Klebungen zu. Wichtig ist, dass Sie die Oberflächen gut reinigen und möglichst ein wenig anrauen. Auf die gut gereinigten und trockenen Flächen wird anschließend dünn Polyamid-Primer aufgetragen. Die Verklebung selbst sollte erst nach der empfohlenen Einwirkzeit des Primers erfolgen. In unserem Beitrag zur Anwendung von Primer finden Sie weitere Details.

Klebeanleitung – Polyamid kleben

Lösemittelklebstoffe auf Nitrilkautschukbasis eignen sich für die Verklebung von PA mit anderen Stoffen

Mehrere Lösungsmittelklebstoffe auf Basis Nitrilkautschuk schaffen dauerhafte Verbindungen von PA auf verschiedenste Materialien wie Gummi, Holz, Filz und Metalle. Lösemittelklebstoffe sind meist auch für Verklebungen mit anderen Kunststoffen wie Polyethylen, Acrylglas, Hart-PVC und weiteren Kunststoffen geeignet. Sie bieten zudem den Vorteil, dass Sie nach dem Fügen der Teile aufgrund der relativ langen Klebspanne noch kleine Korrekturen anbringen können. Zudem lassen sich auch Fugen bis zu 10 Millimeter problemlos überdecken.

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Methansäure eignet sich als Flüssigkleber für die Verklebung von PA mit PA

Ein sehr einfacher Flüssigkleber in Form von Methansäure – identisch mit der Ameisensäure – kann für die Verklebung von Polyamid auf Polyamid verwendet werden. Je nach PA-Typ kommt 70- oder 80-prozentige Methansäure zur Anwendung. Die Klebewirkung der Ameisensäure können Sie durch Beimischung von 5 bis 10 Prozent Polyamid-Granulat optimieren. Die zu verklebenden PA-Oberflächen sollten wie oben beschrieben mit Polyamid-Primer vorbehandelt werden.

Zwei-Komponenten-Kleber auf Epoxidbasis werden für großflächige Verklebungen verwendet

Als gut geeignet für großflächige Verklebungen von Polyamiden mit anderen Materialien haben sich 2-Komponenten-Kleber auf Epoxidbasis erwiesen. Die Klebeflächen müssen Sie trocknen, mit Aceton entstauben und möglichst mit einer Haftgrundierung vorbehandeln. Als Alternative zur Haftgrundierung können Sie die Klebeflächen auch mit Chromschwefelsäure beizen, was zu einer weiteren Klebekrafterhöhung beiträgt.

Großflächige Verklebungen mit modifiziertem Polyurethan sorgt für gute Dichtwirkung

Für großflächige Verklebungen von PA mit anderen Materialien sind auch 1-Komponenten-Kleber auf Polyurethanbasis geeignet. Die Kleber schaffen dauerhaft elastische Verbindungen. Sie sind vor allem für ihre gute Dichtwirkung bekannt, selbst bei größeren und ungleichmäßigen Fugen. Die Qualität der Klebeverbindung können Sie durch Anrauen und Auftrag eines Polyamid-Primers optimieren.

Zwei-Komponenten-Kleber auf Basis Methylmethacrylat oder Polyurethan sorgen für belastbare, dauerelastische Klebungen

Zwei-Komponenten-Kleber auf Basis Methylmethacrylat (MMA) oder Polyurethan (PUR) schaffen eine stark belastbare, elastische Verbindung zwischen PA und anderen Materialien. Es lassen sich vor allem Kompositmaterialien wie GFK-verstärkte Polyamide dauerhaft belastbar verkleben. Die Kleber sind besonders zu empfehlen, wenn die Verbindungen starken Vibrationen, hohen Temperaturen oder sonstigen rauen Bedingungen ausgesetzt sind. Die Klebeflächen werden wie oben beschrieben vorbereitet. Die zu fügenden Flächen müssen vor allem fettfrei sein.

Für kleine Klebeflächen sind Sekundenkleber auf Basis Cyanacrylat geeignet

Kleine Flächen für die Verklebung von PA mit anderen Materialien lassen sich gut mit 1-Komponenten-Klebstoffen auf Basis Cyanacrylat, auch als Sekundenkleber bezeichnet, aneinanderfügen. Cyanacrylate polymerisieren unter Beteiligung einer geringen Menge von Wassermolekülen. Die normale Luftfeuchtigkeit reicht aus, um die Polymerisation in großer Geschwindigkeit ablaufen zu lassen. Weshalb sich die Bezeichnung Sekundenkleber durchgesetzt hat. Zur Haftverbesserung sollten die kleinen Klebeflächen, gesäubert, angeraut und gut entfettet sein. Aceton ist ein geeignetes Mittel hierfür, das allerdings vor der Anwendung von Sekundenkleber vollständig abgetrocknet sein muss.

Mit Montageklebern Polyamid auf Aluminium kleben

Viele Kleber, die für das Kleben von PA mit anderen Materialien und mit Metall geeignet sind, können Sie auch für die Verklebung von Polyamid auf Aluminium verwenden. Als eine gute Alternative werden Montagekleber angesehen, sofern sie für das Kleben von Metallen zugelassen sind. Montagekleber sind einfach in der Handhabung und erlauben nach dem Fügen der Teile noch kleinere Korrekturen.

Silikon als Kleber für Polyamid auf Aluminium und anderen Metallen verwenden

Sie kennen Silikon als Dichtmittel für Abdichtungen im Sanitärbereich oder für die Schaffung elastischer Fugen. Allerdings können Sie Silikon auch als Klebstoff mit begrenzter Klebkraft für das Verkleben von PA auf Metallen verwenden. Die Hauptvorteile von Silikon bestehen in ihrer Dauerelastizität in ihrer UV-Beständigkeit sowie darin, dass keinerlei Korrosion verursacht wird. Das betrifft auch Verklebungen mit Aluminium, das vor jeglicher Korrosion im Bereich der Verklebung geschützt ist. Damit Sie eine verbesserte Klebkraft erreichen können, stehen spezielle Bausilikone zur Verfügung. Diese sind in ihrer Rezeptur nicht nur für ihre Dichtfunktion, sondern auch für eine gute Klebefunktion konzipiert.

Häufige Fragen und Antworten zum Kleben von Polyamid

Kann man Polyamid kleben?

Polyamid können Sie mit verschiedenen Klebstoffen wie Zwei-Komponenten-Kleber, Sekundenkleber, Silikon oder Montagekleber verkleben. Bevor Sie jedoch den Klebstoff auftragen, sollten Sie unbedingt einen Primer auftragen, um die Haftung des Klebers zu verstärken.

Welchen Kleber nimmt man für Kunststoff?

Für Kunststoffe wie Polyamid können Sie Sekundenkleber, Zwei-Komponenten-Kleber, Montagekleber oder Silikon verwenden. Hierbei ist bei der Auswahl des Klebstoffs zu beachten, welche Materialien verbunden werden sollen und wie groß die zu klebende Fläche ist.

Kann man mit Sekundenkleber Plastik kleben?

Mit Sekundenkleber können Sie ohne Probleme verschiedene Arten von Plastik kleben, da er auf fast jedem Material haften kann.

Wie klebt man Kunststoff am besten?

Für kleine Flächen eignet sich Sekundenkleber zum verkleben von Kunststoff mit Kunststoff oder anderen Materialien. Für größere Oberflächen sollten Sie Epoxidharzkleber, also Zwei-Komponenten-Kleber verwenden.

Welcher Kleber klebt PP?

Auf PP klebt Montagekleber, Primer, Sekundenkleber, Silikon und Zwei-Komponenten-Kleber.

Weitere Artikel zum Thema Textilien wie Polyamid kleben

Hier finden Sie weitere Klebeanleitungen und Artikel zum Textilien wie Filz und Polyamid kleben:

  • Textilien kleben – Wie das Kleben von Textilien und Stoffen besonders gut funktioniert und welche Tricks man dabei anwenden kann
  • Filz kleben – Wie Sie Filz mit Sekundenkleber, Heißkleber und Zwei-Komponenten-Kleber verkleben können
  • Sekundenkleber richtig anwenden – Wie Sie Sekundenkleber optimal anwenden und was es dabei zu beachten gibt

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2 Kommentare

  1. Hallo liebes Klebejunkie-Team,
    eine große Bitte an Euch: Habe einen Riss in einem teuren Schwimm-Wettkampfanzug aus 65% Polyamid, 34% Elasthan und 1% Kohlefaser/Carbon. Habt Ihr wertvolle Tipps aus Eurer Erfahrung raus wie ich diesen 6cm langen Riss im Oberschenkel am Besten kleben kann, ob ich einen flexiblen Klebeflicken verwende oder welcher Klebstoff überhaupt geeignet ist?? Das Ganze sollte nämlich weiterhin sehr dehnbar/flexibel sein…
    Beste Grüße, freue mich auf eine Antwort von Euch,
    Annette

    1. Hallo Anette,

      die einzig vielversprechende Herangehensweise (mit Kontaktklebstoffen) wäre aus unserer Sicht tatsächlich ein flexibler Klebeflicken mit Zwei-Komponenten-Kleber. Dass der Schwimmanzug nachher tatsächlich auch an einem Riss über 6 cm Länge noch dehnbar ist, wird mit einem Klebstoff allerdings eher schwer bis unmöglich.

      Falls sich ein Versuch aus auf Risiko aus Deiner Sicht lohnt, könnte ein Neopren-Reparatur-Set mit s. g. „Hot Melt Patches“ (Heißschmelzkleber Flicken) deutlich vielversprechender sein. Die Flicken sind auf den Einsatz im Wasser ausgelegt und lassen sich recht einfach mit einem Bügeleisen aufbringen. Danach halten Sie den Riss zusammen und schützen die Kante des Gewebes vor dem Ausfransen.

      Wir wünschen viel Erfolg beim Kleben!

      Dein Klebejunkie Team

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