Materialien kleben – Gummi

Gummi kleben [Anleitung] – Wasserfest und mit Sekundenkleber

Gummi kleben – In dieser Klebeanleitung erfahren Sie alles Wichtige zum Kleben von Gummi und warum Zwei-Komponenten-Kleber sich dafür am besten eignet. Die beste Klebetechnik für das Kleben von Gummi haben wir durch Materialtestungen und unserer jahrelangen Erfahrung für Sie gefunden.

Im Artikel finden Sie zuerst eine Kurzanleitung mit allen wichtigen Informationen für schnelle Reparaturen und Verklebungen von Gummi. Anschließend wird in weiteren Abschnitten auf die Charakterisierung von Gummi sowie mögliche Alternativen für Zwei-Komponenten-Kleber eingegangen. In einer umfassenden Klebeanleitung erfahren Sie, worauf Sie beim Kleben von Gummi besonders achten sollten.

Tipp: Sollten Sie zum ersten Mal Gummi kleben, bentworten wir die häufigsten Fragen im FAQ-Bereich.

Kurzanleitung – Gummi kleben

Die Wichtigsten Arbeitsschritte für das Kleben von Gummi auf einen Blick.

Gesamtzeit: 15 Minuten

  1. Arbeitsplatz vorbereiten

    Ihre Arbeitsoberflächen sollten Sie von Schmutz, Staub, Ölen und Fetten befreien. Achten Sie zudem auf ausreichend Platz zum Arbeiten.

  2. Oberflächen vorbereiten

    Auch Ihre zu verklebenden Oberflächen sollten schmutz-, staub-, öl- und fettfrei sein.

  3. Oberflächen anrauen

    Bei einigen Oberflächen wie Metall lohnt es sich vor dem kleben diese mit Sandpapier anzurauen.

  4. Primer auftragen

    Tragen Sie den Primer auf die Gummioberflächen auf und lassen diesen für ca. zwei Minuten trocknen.

  5. Kleber auftragen

    Tragen Sie zum Beispiel Sekundenkleber oder Zwei-Komponentenkleber auf die Klebefläche auf und drücken die Materialien fest aufeinander. Danach lassen Sie den Kleber nach Verpackungsanleitung trocknen.

Geschätzte Kosten: 15 EUR

Versorgung:

  • Zwei-Komponenten-Kleber
  • Sekundenkleber

Werkzeuge:

  • Feuchter Lappen
  • Primer (optional)
  • Sandpapier (optional)

Klebeanleitung – Gummi kleben

Schritt 1: Gummi Kleber auswählen – Welcher Kleber hält auf Gummi?

Für diese Art von Klebeaufgaben und für eine große Bandbreite verschiedener Gummiarten sind vor allem Zwei-Komponenten-Kleber auf Epoxidharzbasis und Sekundenkleber geeignet. Übersicht nach Material und Anwendung:

KlebstoffZu verklebendes Material / Anwedung
2K-KleberGummi auf Gummi und Kunstoffe, für alle festen Verbindungen, belastete Bauteile, größere Reparaturen und Bereiche mit Witterung – unsere Empfehlung für die meisten Anwendungsfälle
SekundenkleberKleine Reparaturen und Anbringung von Gummistücken in wenig belasteten Bereichen oder im Innenraum (z.B. Gummidichtungen von Kühlschränken) – ebenso geignet für gerade Klebestellen auf glatten Oberflächen
PrimerZur Vorbereitung auf Materialien mit glatter, schwer-verklebbarer Oberfläche wie PVC, Plastik und Kunststoff (Primer funktioniert als Haftgrund)
Liste an Klebstoffen und ihrem Anwendungsgebiet beim Gummi-Kleben

Ein optimaler Gummikleber sollte sich je nach Anwendungsgebiet möglichst fein dosieren lassen. Zudem sollte er über die notwendige Elastizität verfügen, um auch Spalten und Ritzen effizient abzudichten sowie zu verkleben. Geeignete Klebstoffe sollten auch möglichst unempfindlich gegenüber äußerer Einflüsse sein und so eine stabile Verbindung von Gummi-Gummi-Verbindungen sowie weiterer Gummi-Materialpaarungen herstellen.

Schritt 2: Arbeitsfläche und Werkzeuge vorbereiten

Wie bei allen Klebeaufgaben sollten Sie auch hier für einen sauberen Arbeitsplatz sorgen. Dazu gehört bei Gummi primär das entfernen von Staub und anderen Verschmutzungen von der Arbeitstelle. Schon kleine Verschmutzungen können das richtige Haften des Klebstoffes stark erschweren.

Schritt 3: Werkstoff vorbereiten

Ob Sie nun Gummi mit einem weiteren Werkstoff oder mit Gummi verkleben möchten, für eine optimale Anhaftung sollten die zu verklebenden Flächen sauber sein. Dazu sind diese von Schmutz, Staub und etwaigen Öl- und Fettanhaftungen zu befreien. Hierzu eignet sich beispielsweise eine Nitroverdünnung oder Alkohol.

Da auch Gummi zu den Werkstoffen mit einer niedrigen Oberflächenenergie zählt, können sie dessen adhäsiven Eigenschaften durch das vorherige Auftragen eines Haftvermittlers bzw. Primers zusätzlich erhöhen. Dazu müssen Sie den Primer mit einem Pinsel oder Tuch dünn auf beide Klebeoberflächen auftragen und rund zwei Minuten antrocknen lassen. Im Anschluss kann der eigentliche Klebevorgang beginnen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Anleitung zur Anwendung von Primer.

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Schritt 4: Klebstoff auftragen

a) Gummi mit Zwei-Komponenten-Kleber kleben

Für etwas größere Klebeflächen und um eine wirklich feste, flexible und dennoch beständige Verklebung zu erreichen, eignen sich auch Zwei-Komponenten-Klebstoffe auf Epoxidharzbasis. Sie sind auch speziell für das Verkleben von Werkstücken aus Hartgummi zu bevorzugen. Beim Kleben von Gummi mittels Zwei-Komponenten-Kleber sollten Sie die beiden Komponenten zunächst im Verhältnis von 1:1 vermischen. Dazu spritzen Sie die beiden Komponenten auf eine Einwegunterlage. Danach vermischen Sie diese beispielsweise mit einem Zahnstocher oder einem Stück Papier bis sich eine homogene Klebemasse bildet.

Nach dem Vermischen sollten Sie die Dosierspritze zeitnah säubern und wieder verschließen, damit deren Düsen nicht verkleben. Da auch hier ein relativ dünner Klebespalt erforderlich ist und ein seitliches Austreten der Klebemasse zu vermeiden ist, sollten Sie diese dünn mit einer Dicke von rund 0,2 mm einseitig auftragen. Die beiden zu verklebenden Oberflächen im Anschluss fest aneinanderpressen. Die Handfestigkeit stellt sich hierbei nach rund fünf Minuten ein. Während dieser Zeit können Sie die Werkstücke zusätzlich mit einer Schraubzwinge oder Ähnlichem fixieren.

b) Gummi kleben mit Sekundenkleber

Auf Cyanacrylat basierende Sekundenkleber eignen sich vor allem dafür, um kleinere Flächen Gummi zu verkleben. Bedingt ist dies vor allem durch eine geringe Topfzeit, die sich aufgrund der schnellen chemischen Aushärtung bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40 – 70 % r. F. einstellt. So ist auch die Handfestigkeit bereits nach wenigen Sekunden erreicht, wohingegen der Klebstoff seine Endfestigkeit nach rund 24 Stunden ausbildet.

Mit Sekundenkleber lassen sich so beispielsweise Gummi mit Gummi, Stein, Papier, Metall, Hartkunstoffen sowie Holz verkleben. Der Sekundenkleber wird dabei stets nur einseitig auf eine der beiden Klebeoberflächen aufgetragen und die Oberflächen zügig aneinandergepresst.

Schritt 5: Trocknungszeit

Halten Sie sich an die Vorgaben des Klebstoffhersteller bei der Trocknungszeit. Wichtig ist es, die Verklebung nicht vor Ablauf dieser Zeit zu beanspruchen, da es sonst zu Schädigungen kommen kann. Übliche Trocknungszeiten der in der Klebeanleitung empfohlenen Klebstoffe:

KlebstoffOberfläche trockenVollständig ausgehärtet
2-Komponenten-Kleber2-3 h48 h
Sekundenkleber2 min24 h
Primer2 minN.A.
Trocknungszeiten beim Kleben von Gummi

Gummi auf Metall kleben

Gummi auf Metall kleben

Wer Gummi auf Metall kleben möchte, sollte alle bereits erwähnten Hinweise und Tipps anwenden. So müssen die zu verklebenden Oberflächen schmutz- und vor allem fett- sowie ölfrei sein.

Wählen Sie für Metall einen Zei-Komponenten-Kleber und fixieren Sie die Werkstücke nach dem Auftragen des Klebstoffes. Weitere Informationen zum Kleben von Metall finden Sie in unserer Klebeanleitung Metall kleben.

Hart- und Weichgummi kleben

Hart- vs Weichgummi

Gummi gehört physikalisch gesehen zu der Gruppe der Elastomere und findet sich in zahlreichen Produkten aus dem Alltag oder der Industrie wieder. Heutzutage wird Gummi aus synthetisiertem Kautschuk über das Verfahren der Vulkanisation hergestellt.

Dabei wird der Kautschukmischung unter hohem Druck und hohen Temperaturen eine gewisse Menge Schwefel zugeführt. Der Schwefel sorgt dafür, dass eine Vernetzung der Materialien stattfindet und sich die für Gummi positiven Eigenschaften bilden. Je nach Schwefelgehalt kann grundsätzlich zwischen Weichgummi (5 bis 10 Prozent Schwefel) und Hartgummi (30 bis 50 Prozent Schwefel) unterschieden werden.

Gummi im Alltag – PVC und Gummi unterscheiden

Neben diesen beiden Gummiarten existieren jedoch noch zahlreiche weitere Gummi-Mischformen wie beispielsweise Moosgummi. Viele Bastler und Heimwerker kennen die Situation womöglich: Sie würden gerne ein gummiartiges Material kleben, sind sich aber nicht sicher, ob es sich dabei um Gummi oder PVC handelt. Eine Charakterisierung ist dabei ganz einfach über einen Geruchstest möglich. Dazu sollten Sie ein Stück des zu verklebenden Materials an eine offene Flamme eines Feuerzeuges oder einer Kerze halten. Erzeugt das Material direkt einen stinkenden Geruch nach verbrannten Haaren, dann handelt es sich tatsächlich um Gummi. PVC hingegen brennt nicht sofort – vielmehr wird es zunächst klebrig und weich, bevor es sich entzündet. Handelt es sich bei Ihrem Werkstoff doch um PVC? Wenn ja finden Sie hier unsere Klebeanleitung.

FAQ – Häufige Fragen und Antworten zum Verkleben von Gummi

Wie kann man Gummi kleben?

Sekundenkleber eignen sich sehr gut zum Verkleben von Gummi.

Welches Klebeband hält auf Gummi?

Für das Kleben mit Klebeband und Gummi können Sie einfaches doppelseitiges Klebeband verwenden.

Wie klebe ich Gummi auf Metall?

Für das Kleben von Gummi auf Metall eignen sich besonders gut Zwei-Komponenten-Kleber.

Wie kann man Gummi auf Gummi kleben?

Wenn Sie Gummi auf Gummi kleben möchten können sie dies mithilfe von Sekundenkleber tun.

Wie klebt man Gummi auf Holz?

Um Gummi auf Holz zu kleben, können die Lacke in Kombination mit Sekundenkleber verwenden. Besonders gut eignen sich lösemittelbeständige Acryllacke diesen Tragen Sie auf Ihr Holz auf und lassen es trocknen. Danach können Sie mit Sekundenkleber das Gummi festkleben.

Weitere Artikel zum Thema Gummi verkleben

Ausführliche Klebeanleitungen zu den im Artikel empfohlenen Klebstoffen:

Klebeanleitungen und Artikel zu ähnlichen Materialien:

  • PVC kleben – Wie Sie PVC je nach Anwendungsfall mit Montage- oder 2K-Kleber kleben
  • Moosgummi kleben – Ähnlich wie beim Kleben von Gummi gibt es auch bei Moosgummi einiges zu beachten
  • GFK kleben – Alles was Sie zum Kleben von Glasfaserverstärktem Kunststoff wissen müssen

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