Fliesen im Bad

Fliesen kleben – So klebt man Fliesen richtig

Fliesen kleben ist die Arbeit, um als Hobby-Heimwerker zu glänzen. Wer etwas handwerkliches Geschick und das nötige Know-how zur Vorbereitung des jeweiligen Untergrunds, der Wahl des passenden Klebers und der richtigen Verlegetechnik mitbringt, ist dabei auf dem besten Weg für ein gutes Endresultat.

Kurzanleitung – Fliesen kleben

Benötigte Zeit: 30 Minuten.

Die wichtigsten Arbeitsschritte beim Kleben von Fliesen auf einen Blick:

  1. Den Arbeitsplatz vorbereiten

    Achten Sie auf einen ausreichend großen Arbeitsplatz.

  2. Oberflächen vorbereiten

    Bevor Sie mit dem Kleben beginnen können, sollten Sie die zu klebenden Oberflächen vorbereiten. Putz- sowie Estrichstücke sollten Sie entfernen und mit Spachtelmasse für eine glatte Oberfläche sorgen.

  3. Aufbringen von Tiefengrund oder Abdichtungsanstrich

    Bei sogenannten saugenden Oberflächen, beispielsweise Gips, Zementestrich oder Kalkputz sollten Sie vor dem Kleben einen Tiefengrund aufbringen. Handelt es sich um nicht saugende Untergründen wie beispielsweise Beton, sollten Sie zudem einen Abdichtungsanstrich auftragen.

  4. Kleber wählen

    Bei arbeiten auf Beton und Zementestrich eignet sich Zementkleber. Sollten Sie auf Gipsplatten oder glatten Putz kleben, nutzen Sie Dispersionskleber. Bei sehr warmen Raumtemperaturen können Sie Flexkleber verwenden. Passend zum Kleber und der Fliese sollten Sie zudem einen Fugenmörtel wählen.

  5. Verlegeplan

    Makieren sie Ihre zu klebende Fläche mit Schnüren, um möglichst gerade die Fliesen anbringen zu können. Zudem ist darauf zu achten, das Sie Fliesen von innen nach außen verlegen.

  6. Fliesen kleben

    Rühren Sie nach Anleitung den Kleber mit Wasser an. Tragen Sie den Kleber mit einer Kelle auf die Fliese oder die Oberfläche auf. Drücken Sie die Fliese drehend auf die Stelle und klopfen Sie sie mit einem Gummihammer an.

  7. Mörtel und Silikon auftragen

    Verfugen Sie die gesamte Fliesenfläche mit Mörtel und tragen Sie beispiesweise Silikon auf die Eck-, Anschluss- und Dehnfugen.

Fliesen im Wand- und Bodenbereich kleben

Ob als Feinsteingut-, Zement-, Steinzeug-, Keramik- oder Natursteinfliesen – die Auswahl des Fliesenmaterials ist ebenso vielfältig wie die zur Verfügung stehenden Designs. Wer sich seine Traumfliesen ausgesucht hat, sollte die weitere Materialbeschaffung anhand der vorliegenden Rahmenbedingungen anpassen.

Fliesen kleben – Die Wahl des richtigen Klebers

Zum Verlegen von Wand- und Bodenfliesen gilt es zunächst zu klären, welcher Kleber der richtige für den jeweiligen Anwendungsfall ist. Für saugfähige und mineralische Untergründe wie Beton oder Zementestrich ist Zementkleber die erste Wahl. Handelt es sich um einen glatten Untergrund wie Gipskartonplatten oder glatten Putz, dann sollte man Dispersionskleber einsetzen. In Räumen mit hoher Wärme- und Feuchtigkeitsbelastung eignen sich dagegen kunststoffvergütete Flexkleber. Zudem sollte man eine entsprechende Grundierung sowie einen zu den Fliesen passenden Fugenmörtel auswählen.

Untergrund an Wänden und Boden vorbereiten

Zunächst gilt es den Untergrund entsprechend vorzubereiten: Dazu sollte man lose Putz- und Estrichstücke entfernen sowie Risse und Unebenheiten mit Spachtelmasse ausbessern. Beim Vorbereiten des Bodens kann es nötig sein, diesen mittels Ausgleichsmasse zu glätten. Auf saugende Untergründe wie Gipskartonplatten, Zementestrich, Kalk- oder Zementputz muss man einen Tiefengrund auftragen. Bei nicht saugenden Oberflächen wie Beton einen Haftgrund. Bei Nassräumen wie dem Badezimmer empfiehlt es sich zudem, den Grund mit einem speziellen Abdichtungsanstrich zu präparieren.

Fliesenkleber vorbereiten und gleichmäßig auftragen

Als Nächstes ist der Fliesenkleber gemäß der Packungsanleitung klumpenfrei mit Wasser anzurühren. Handelt es sich um Dispersionskleber, ist er bereits fertig gemischt.

Im Anschluss ist der Kleber mit einer Kelle gleichmäßig auf die Wand bzw. den Boden aufzutragen. Um ein Antrocknen des Klebers zu vermeiden, sollte man nur so viel auftragen, wie man in 30 Minuten verarbeiten kann. Im Anschluss empfiehlt es sich, mit einer Zahnspachtel im Winkel von 45 ° durch das Klebebett zu fahren und so einen gleichmäßigen Kleberauftrag zu erhalten.

Fläche entsprechend dem Verlegeplan vorbereiten

Wand- und Bodenfliesen werden von innen nach außen verlegt, da zugeschnittene Fliesen in den Rand- und Eckbereichen weniger auffallen. Um sich vor dem eigentlichen Klebeprozess einen klaren Überblick zu verschaffen, sollte man einen Verlegeplan anfertigen. Vor allem bei schiefen Wänden oder quadratischen Räumen eignet sich beispielsweise eine Diagonalverlegung.

Wichtig ist, sich die Klebefläche so mit Hilfslinien und Richtschnüren zu markieren, dass die erste Fliesenreihe möglichst genau in der Waage liegt und entsprechend dem Muster des Klebeplans entspricht.

Fliesen verkleben und verfugen

Um die Fliesen zu kleben, drückt man sie mit einer leichten Drehbewegung entsprechend der richtigen Position in das Kleberbett ein. Anschließend mit einem Gummihammer leicht anklopfen. Die jeweiligen Fugenbreiten lassen sich gut durch das Nutzen von Fliesenkreuzen einhalten. Bei Bodenfliesen sollte man zudem eine Fugenbreite Abstand zur Wand halten. Zwischendurch regelmäßig die richtige Lage mit einer Wasserwaage prüfen und bei Bedarf nachbessern.

Nach dem Setzen der zugeschnittenen Randfliesen gilt es, die gesamte Fläche noch mit Fugenmörtel zu verfugen. Eck-, Dehn- und Anschlussfugen sind dagegen mit einem dauerelastischen Dichtstoff wie Silikon abzudichten.

Fliesen auf Fliesen kleben

Dank neuartiger Materialien ist es mittlerweile möglich, auf einen alten Fliesenspiegel direkt neue Fliesen zu kleben. Das spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern sieht auch noch gut aus.

Da ein alter Fliesenbelag ein eher glatter, nicht saugender Untergrund ist, eignen sich hierfür gebrauchsfertige Dispersionskleber oder Flexkleber (kunststoffvergütete Fliesenkleber).

Untergrund vorbereiten

Ähnlich wie beim Verlegen von neuen Fliesen auf Estrich gilt es hier den alten Fliesenspiegel entsprechend zum Kleben der Fliesen vorzubereiten. Dabei sollte man dessen Tragfertigkeit durch sanftes Abklopfen mit einem Gummihammer testen. Lockere Fliesen sind dabei zu entfernen. Im Anschluss muss man auch hier etwaige Unebenheiten mit Spachtelmasse ausgleichen und die Fläche von Schmutz sowie Fett befreien. Nach entsprechender Trocknungszeit der Spachtelmasse wird vollflächig Haftgrund aufgetragen, welcher wieder entsprechend den Herstellerangaben trocknen muss.

Fliesen kleben – Einzelne Fliesen austauschen

Schnell kann es passieren, dass eine Wand- oder Bodenfliese zerbricht oder nicht mehr ausreichend haftet. Wer solch eine Reparatur schnell und effizient durchführen möchte, der sollte die Fliese unkompliziert mit Montagekleber austauschen.

Defekte Fliese entfernen

Um die Fliese von der Wand zu entfernen, sollte man den darunter liegenden Bodenbereich mit Zeitungspapier oder einer Folie abdecken. Im Anschluss die Fuge der Fliese umlaufend mit einem schmalen Schlitzschraubendreher oder einem Cuttermesser entfernen. Nun sollte man mit einem Fäustel oder größeren Hammer einen Ansatzpunkt in die Mitte der Fliese schlagen.

Im Anschluss den Ansatz unter Zuhilfenahme eines Meißels bloßlegen und mit angewinkelten Meißelschlägen weiter von außen nach innen herausarbeiten, bis letztlich die Fliese entfernt ist.

Verbleibenden Fliesenkleber entfernen

Ist die Fliese erfolgreich entfernt, gilt es den verbleibenden Fliesenkleber mit einem Stoßspachtel zu entfernen. Um benachbarte Fliesen nicht zu beschädigen, sollte man auch hier von außen nach innen arbeiten. Sobald Fliesenkleber und Reste des Fugenmörtels entfernt sind, ist das Loch noch gründlich zu reinigen und von Staub sowie Krümeln zu befreien.

Neue Fliese mit Montagekleber einkleben

Auf die neue Fliese den Montagekleber in mehreren Raupen auftragen. Damit nach dem Anpressen kein Kleber in den Fugenbereich quillt, sollte vom Rand etwa ein Zentimeter mit Montagekleber ausgespart werden. Dennoch sollte der Kleber nach dem Anpressen rund 80 % der Klebefläche abdecken. Nun die Fliese gerade in das Loch fügen und mit leichtem Druck anpressen.

Um die richtige Fugenbreite zu erhalten, kann man die Fliese zusätzlich noch mit kleinen Keilen umlaufend absichern. Nach vollständigem Aushärten des Montageklebers, das bei 23 °C und 50 % r. F. nach rund 24 Stunden erfolgt, kann man die ausgetauschte Fliese nur noch neu verfugen.

Häufige Fragen und Antworten zu Fliesen kleben

Welchen Kleber für Fliesen?

Am häufigsten wird Zementkleber zum Kleben von Bodenfliesen genutzt, da die Aushärtungszeit mit ca. einem Tag kurz ist. Durch die kurze Einwirkzeit können die Fliesen schneller wieder belastet werden.

Kann man auf alte Fliesen Neue kleben?

Um Zeit und auch Geld zu sparen, können Sie Ihre neuen Fliesen auf die alten kleben. Am besten eignen sich hierfür zementbasierter Fliesenkleber oder Dispersionskleber.

Wie viel Kleber für Fliesen?

Die Dicke des Dünnbetts/Mörtel-Kleber sollte zwischen zwei und vier Millimeter liegen. In der Regel wird ca. ein Drittel der Dicke auf die Fliese aufgetragen und auf dem Boden die restlichen zwei Drittel der gesamten Dicke.

Ähnliche Beiträge